02.08.2021

Kälber und Kämpfer in LocarnoVier geförderte Filme beim 74. Locarno Film Festival

Filmstill aus
Saskia Rosendahl in "Niemand ist bei den Kälbern". Copyright: Weydemann Bros. / Max Preiss

Insgesamt vier von der MOIN Filmförderung unterstützte Filme werden dieses Jahr vom 4. bis 14. August beim 74. Locarno Film Festival im Wettbewerb zu sehen sein: Die „Systemsprenger"-Produzenten Weydemann Bros. aus Hamburg feiern mit „Niemand ist bei den Kälbern" ihre Weltpremiere in der Schweiz – und Fatih Akins Firma bombero international schickt eine indonesische Actionkomödie ins Rennen.

Helge Albers, Geschäftsführer der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein: „Wir sind in diesem Jahr mit vier komplett unterschiedlichen Filmen in Locarno vertreten – und alle laufen in einer der drei Wettbewerbssektionen. Ganz besonders freue ich mich für die Hamburger Firma Weydemann Bros. und ihr Drama 'Niemand ist bei den Kälbern', das fast drei Wochen in unserer Region gedreht hat. Auch dem Hamburger Filmemacher Nicolaas Schmidt, der Hamburger Produktionsfirma Fabian & Fred sowie Fatih Akins Firma bombero international drücken wir für ihre Beiträge alle Daumen, die wir haben."

Mehr zu den Filmen
Regisseurin und Drehbuchautorin Sabrina Sarabi hat es mit ihrem Drama Niemand ist bei den Kälbern in diesem Jahr in die Wettbewerbssektion „Concorso Cineasti del presente" geschafft. Nach dem gleichnamigen Roman von Alina Herbing erzählt der Film die Geschichte um die 24-jährige Christin, die in der ostdeutschen Provinz auf dem Bauernhof ihres langjährigen Freundes Jan lebt. Die Aufbruchsstimmung der Nachwendejahre ist jedoch längst dahin und Christin will nur noch weg. Der Film hatte 16 Drehtage in Schleswig-Holstein und zwei in Hamburg. Produzenten sind Weydemann Bros., die zuletzt mit Systemsprenger unzählige Preise abgeräumt haben und mit Sabrina Sarabi bereits ihr Langfilmdebut „Prélude" realisierten. Die Hauptrollen spielen Saskia Rosendahl, Rick Okon und Godehard Giese. „Niemand ist bei den Kälbern" wurde von der MOIN Filmförderung mit 400.000 Euro Produktionsförderung unterstützt.

Eine Rundfahrt mit der Hamburger Linie U3 beschert uns der Hamburger Filmemacher Nicolaas Schmidt mit seinem mittellangen Film First Time (THE TIME FOR ALL BUT SUNSET – VIOLET), der in der Wettbewerbssektion „Pardi di domani: Concorso internazionale" zu sehen sein wird. Zwei Jungs treffen sich in der U-Bahn. Es passiert nicht viel – oder vielleicht doch? Schmidt nimmt die Zuschauer*innen mit auf eine Karussellfahrt in der goldenen Stunde samt großer, musikalischer Untermalung. Der von Anne Döring und Nicolaas Schmidt produzierte Film hat 40.000 Euro Produktionsförderung bekommen.

In der gleichen Sektion läuft in diesem Jahr der animierte Kurzfilm Steakhouse der Hamburger Firma Fabian&Fred. Die europäische Koproduktion von Regisseurin Špela Čadez zeigt die Unsichtbarkeit psychischer Gewalt in der langjährigen Beziehung eines Paares. Der Film wurde mit 38.000 Euro unterstützt.

Von dem mehrfach ausgezeichneten, indonesischen Regisseur Edwin kommt die Actionkomödie Vengeance Is Mine, All Others Pay Cash. Der auf einer Romanvorlage basierende Film handelt von dem furchtlosen Kämpfer Kawir, dessen rasender Drang zu kämpfen auf einem Geheimnis beruht: seiner Impotenz. Als er auf die starke Kämpferin Iteung trifft, wird Ajo nicht nur besiegt – schlagartig verliebt er sich in sie. Deutscher Koproduzent des Films, der in der Wettbewerbssektion „Concorso internazionale" zu sehen sein wird, ist Fatih Akins Firma bombero international. Ein Teil der Postproduktion fand in Hamburg statt, die Fertigstellung wurde mit 35.000 Euro gefördert.