11.01.2022

Kälber, Clownessen und VR -BienenRund 130.000 Euro an 6 Projekte

VR Brille

Kurz vorm Jahreswechsel hat das Kurz + Innovativ-Gremium der MOIN Filmförderung getagt. Herausgekommen sind sechs Projekte mit rund 130.000 Euro Förderung. Mit dabei sind eine ländliche Coming of Age-Geschichte des Schleswig-Holsteiners Friedrich Tiedtke sowie eine tierisch-politische VR-Experience des Hamburger Animationsstudios Fabian&Fred.

Mit dem Kurzfilm Kalb (50.000 Euro) liefert der Schleswig-Holsteinische Filmemacher Friedrich Tiedtke ein ländliches Coming of Age-Drama: Um endlich auf eigenen Beinen zu stehen, bricht eine junge Frau den Kontakt zu ihren Eltern ab und kämpft allein um ihren Selbstversorger-Hof. Als der Winter hereinbricht und die Kalbung ihrer trächtigen Kuh immer näher rückt, wächst die Sehnsucht nach Geborgenheit und Familie . Der Film wird im Januar 2022 insgesamt neun Drehtage in Schleswig-Holstein haben. Das Drehbuch schrieb Tiedtke gemeinsam mit der Dänin Ida Åkerstrøm Knudsen. Koproduzent ist die Hamburger Firma Tamtam Film.

Um Clowninnen geht es in dem Filmdebüt Clownesse (30.000 Euro, Pinkmovies, Hamburg) der beiden Hamburgerinnen Jana Rothe und Elena Friedrich. Die Doku-Fiction zeigt das Leben zeitgenössischer Clowninnen, die die Welt jenseits erlernter Strukturen auf den Kopf stellen. Eine unterschätzte Theaterkunst wird zur Nische des Feminismus.

Die Regisseurin und Drehbuchautorin Julia Küllmer aus Lüneburg folgt in ihrem Dokumentarkurzfilm Ich kann unsichtbar sein (12.500 Euro) dem Hamburger Transmann Maurice. Im Fokus des Films steht die Frage, was der Körper für das Sein bedeutet. Drei Drehtage verbringt HFBK-Absolvent David Gómez mit seinem experimentellen Kurzfilm Proveniente (8.000 Euro) in der Hansestadt, in dem es um das Leben des Ethnologen Konrad Theodor Preuss geht. Eine Förderung in Höhe von 6.500 Euro geht an das Projekt Der Vorsteher, in dem Filmemacher Julius Dommer in seine Heimatstadt Mölln zurückkehrt und den jungen Politiker Jan Frederik Schlie bei der Wahl zum Bürgermeister begleitet.

Im Bereich der innovativen Projekte hat das Gremium eine Konzeptförderung für das Projekt SWARM (20.000 Euro, Fabian&Fred, Hamburg) ausgesprochen. In der VR- Experience der polnischen Regisseurin und Autorin Ula Sowa geht es um die Kraft, als Gruppe die Gesellschaft verändern zu können. Die Zuschauer*innen schlüpfen in den Körper einer Biene inmitten eines Schwarms und bewegen sich parallel zu einem Demonstrationszug von Frauen durch die Stadt.

Das Gremium "Kurz + Innovativ" fördert sowohl Kurzfilme als auch innovative audiovisuelle Formate von XR-Experiences über 360 Grad-Filme bis zu immersiven Storywelten.

Eine detaillierte Übersicht aller geförderten Projekte gibt es hier.

Die Förderentscheidungen haben am 10. Dezember 2021 Birgit Glombitza, Ingo Mertins, Britta Schewe, Insa Wiese, Ralph Heinsohn und Arne Sommer getroffen.