28.05.2022

Zwei Palmen für den Film-NordenFestival de Cannes

Weltpremiere von
Weltpremiere von "Triangle of Sadness" in Cannes. Copyright: MOIN Filmförderung, Kurt Krieger

Preisregen an der Croisette! Gleich zwei Filme mit Hamburg-Beteiligung konnten in Cannes abräumen: Die Goldene Palme ging an Ruben Östlunds „Triangle of Sadness" und der Preis als Beste Darstellerin an Zar Amir Ebrahimi in „Holy Spider“.

Helge Albers, Geschäftsführer der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein: „Unglaublich! Gleich zwei Palmen gehen am MOIN-geförderte Produktionen! Ruben Östlund holt sich mit ‚Triangle of Sadness' seine zweite Goldene Palme innerhalb von fünf Jahren. Und Ali Abbasis bissiger und systemkritischer Thriller ‚Holy Spider' hat diese Auszeichnung mehr als verdient: Seine Hauptdarstellerin Zar Amir Ebrahimi spielt die Rolle der investigativen Journalistin mit einer Intensität, die ihresgleichen sucht. Was für ein Abend – wir gratulieren allen Teams!"

Zuletzt ging 2017 eine der begehrten Palmen nach Hamburg: Diane Kruger wurde für ihre Performance in Fatih Akins „Aus dem Nichts" zur besten Hauptdarstellerin gekürt. Bei denen in diesem Jahr ausgezeichneten Filme handelt es sich vor allem um Koproduktionen mit Skandinavien, wie Helge Albers betont: „Die Bande zwischen Hamburg, Dänemark und Schweden sind nach diesem Festival enger denn je. Ein Teil der Postproduktion und ein Teil des Teams, wie zum Beispiel das Maskenbild, stammen aus der Hansestadt. Hut ab für diese Leistung!"

In der Sektion „Un Certain Regard" wurde zudem Schauspielerin Vicky Krieps für ihre Darstellung in Marie Kreutzers Drama „Corsage" ausgezeichnet. „Unsere Glückwunsche gehen auch an Vicky Krieps. Mit ihren Rollen in ‚Corsage' und der MOIN-geförderten Produktion ‚More Than Ever' von Emily Atef hat sie sich in die Herzen des Publikums und der Jury gespielt."

MEHR ZU DEN FILMEN

Nach seinem Cannes-Gewinnerfilm „The Square" im Jahr 2017 hat der schwedische Regisseur Ruben Östlund mit „Triangle of Sadness" erneut einen Film ins Rennen um die Goldene Palme geschickt. In der Sozialsatire geht es um zwei Models, die eine Luxus-Kreuzfahrt in der Südsee machen. Die Reise endet in einem absurden Desaster, als das Schiff sinkt und einige Überlebende sich auf eine verlassene Insel retten können. Neben US-Superstar Woody Harrelson spielt die deutsche Schauspielerin Iris Berben im Film mit. "Triangle of Sadness" wurde von der MOIN Filmförderung mit 150.000 Euro in der Produktion unterstützt. Ein Teil der Postproduktion und des Teams kommt aus Hamburg.

Im Thriller „Holy Spider" vom iranisch-dänischen Regisseur Ali Abbasi taucht eine Journalistin in die dunklen Schattenseiten der iranischen Stadt Mashhad hinab, um den Serienmorden an Prostituierten durch den so genannten "Spinnenmörder" auf den Grund zu gehen. Dieser glaubt, die Straßen von Sündern säubern zu müssen. Abbasis Film „Border" gewann 2018 in Cannes den Hauptpreis in der Sektion „Un Certain Regard". Der Film „Holy Spider", dessen Postproduktion teilweise in Hamburg stattfand, wurde von der MOIN Filmförderung mit 90.000 gefördert.

MEHR ZUM FESTIVAL

Die 75. Internationalen Filmfestspiele von Cannes fanden in diesem Jahr vom 17. bis 28. Mai statt. Neben „Holy Spider" und „Triangle of Sadness" lief auch das Drama „Pacifiction" der Hamburger Produktionsfirma Tamtam Film im Internationalen Wettbewerb. In der Reihe „Un Certain Regard" wurden Emily Atefs „More Than Ever" und Emin Alpers „Burning Days" gezeigt. Der Kurzfilm „Beben" von Rudolf Fitzgerald Leonard, der fast komplett in Schleswig-Holstein gedreht wurde, konnte in der Sektion „Quinzaine des Réalisateurs" seine Weltpremiere feiern.